Andachten

Andacht August-September2020

Liebe Gemeindeglieder!

Die Coronazeit betrifft das Leben von uns allen in sehr unterschiedlicher Weise. Sie verändert unser Leben und auch unser Gemeindeleben. Diese Zeit macht auch etwas mit unserem Glauben. Verschiedene Bilder gehen mir dabei durch den Kopf. Es ist einerseits eine Zeit mit Gegenwind. Wir sind besonders herausgefordert. Vieles, was vorher selbstverständlich war, wird hinterfragt. Und wir segeln in ungewohnte Gewässer hinaus.

Zum anderen denke ich aber zugleich an das chinesische Wort-Zeichen für Krise. In ihm steckt zum einen das Zeichen für Gefahr und zum anderen das Zeichen für Chance. Und ich glaube zutiefst, dass wir diese Krisenzeit auch als große Chance sehen dürfen, gereift und gestärkt am Ende aus ihr herauszutreten.

Und dies besonders auch deshalb, weil Gott uns dabei helfen will, sie zu überwinden und an ihr zu reifen. Wir werden zwar schmerzlich aus dem herausgerissen, was uns für gewöhnlich so umtreibt, haben dadurch aber auch die Chance, einen Blick auf das große Ganze unseres Lebens und der ganzen Schöpfung zu werfen. Es ist die Chance, dem Mantra von immer „höher, schneller, weiter“ nicht weiter hinterher zu hechten. Sondern uns stattdessen auf das zu besinnen, was uns wirklich trägt. Diese Zeit kann uns helfen, unseren Horizont zu weiten und uns von Gottes bleibenden Zusagen und Verheißungen – auch über unser Leben hinaus - leiten und ermutigen zu lassen. Wir bleiben bei allem was wir tun und planen immer endliche Geschöpfe. Und wir brauchen eine Perspektive, die über unsere Begrenztheiten hinausragt. Diese Zeit ist zudem eine Chance, die eigenen Wurzeln tiefer zu schlagen und unser Leben unter die große Anfangsbitte des Vaterunser zu stellen: Dein Reich komme.

Es ist auch eine Chance, das Gebet neu vertiefend für sich persönlich zu entdecken. Wir können immer wieder neu Gott um Wegweisung bitten , damit unser Blick auf das fällt, was uns ermutigt, motiviert und uns eine Perspektive gibt, auf die wir uns verlassen können. Es ist die Chance, neu aus der Gnade und dem Geschenk des Lebens heraus zu leben. Ich finde es zB eine schöne Bitte in meinen Gebetszeiten zu beten: „Führe mich in die Weite Deiner Kinder.“

Ich bin gewiss, dass Gott möchte, dass wir zu einem positiv veränderten, gereiften und gestärkten Lebensstil kommen. Als Impulse zum Nachdenken möchte ich Ihnen darum folgende Fragen mitgeben: Was ist mein Blick auf das Ganze und Umfassende? Was hilft mir in dieser Krise? Was stärkt und trägt mich? Wohin zieht es mich? Wonach sehnt sich mein Herz? Was brauche ich in dieser Zeit besonders? Nehmen Sie ernst, was sie wahrnehmen, auch wo Sie spüren, was Sie stresst. Das kann sich von dem, was andere empfinden auch unterscheiden. Lassen Sie sich von Gottes bleibenden Verheißungen, seiner Hoffnung für Sie und für die Welt ermutigen. Die Botschaft des Glaubens ist immer eine Botschaft der Freiheit und des Heilwerdens. Gott sagt uns: „Nichts kann Dich aus meiner Hand reißen.“(Joh 10,28) Und „wo wir uns nach ihm und seinem Reich ausstrecken, da wird uns alles andere, was wir brauchen, zuteil werden.“ (Mt 6,33)

Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Gott Sie mit seinem Frieden beschenkt und Sie leitet mit seiner Weisheit. Gott segne Sie.

Es grüßt Sie ganz herzlich,

Ihr Pastor Stephan Winter

Vom Segen der Geduld

Liebe Gemeindeglieder, liebe Mitarbeiter, liebe Leser!

Es sind große Herausforderungen, vor die unser Land in diesen Tagen gestellt ist.

Uns wird in diesen Tagen einiges abverlangt. Wir sind reduziert aufs aller Wesentlichste.Wir müssen warten, viel Geduld haben,Geduld mit uns selbst,mit anderen Menschen,mit Gottund dem Umgang mit der Situation.

Geduld kann uns helfen in Konflikten anders miteinander umzugehen. Sie kann uns helfen gute Vorsätze, die wir uns selber gesetzt haben, umzusetzen. Wir können Geduld nicht einschalten, aber Stück für Stück in ihr reifen. Eine Hilfe dazu ist, sie zunächst einmal als kostbaren Wert an sich in den Blick zu nehmen. Und Zeiten wie diese können ein Anstoß dazu sein. Ein Sprichwort sagt: „Geduld ist die Schwester der Hoffnung und die Mutter der Gelassenheit“. Sie bewirkt, dass andere gute Eigenschaften reifen und wachsen können. Und so ist sie eine wertvolle Eigenschaft, die in vielen anderen Bereichen unseres Lebens viel Segen hinterlassen kann. Ja, wir erleben in dieser Tagen Bedrängnis. Erstaunlich ist jedoch, dass Paulus voller Zuversicht über Bedrängnisse unseres Lebens in Römer 5 schreiben kann:

„Bedrängnis bringt Geduld, Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung, Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden“.

Unsere Hoffnung wird uns nicht enttäuschen, denn wir hoffen nicht ins Leere hinein. Und unser Glaube kann durch bedrängte Zeiten wie diesen wachsen.

Ich bin gewiss, dass Gott durch die Erschwernisse dieser Wochen Segen wachsen lassen will. Das, was uns in diesen Tagen einiges abverlangt, will zum Segen werden – schon jetzt und für die Zeit danach.

Ich glaube, dass Gott auch im Blick auf noch andere Bereiche unseres Lebens diesen Segen wachsen lassen will: die Sorgen der anderen in den Blick zu nehmen und Zusammenhalt einzuüben.

Für diejenigen von uns, die nicht in besonderer Weise eingespannt sind, ist es vielleicht auch eine besondere Chance in unserer sonst so hektischen Zeit jetzt mal einen Gang runter schalten zu lernen, „runterzufahren“, zur Ruhe zu kommen, sich Zeit für die persönliche Begegnung mit Gott zu nehmen und der Geborgenheit des „Ruhen in Gott“ nachzuspüren. Zu entdecken, dass Gott durch Stille, Gebet und sein Wort zu uns redet und so Gott und die Welt noch einmal mit neuen Augen sehen zu lernen. Ein Gebetsimpuls zum Abschluss:

„Gott gebe mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Gott segne Sie in dieser Zeit und durch diese Zeit für Ihr weiteres Leben. Es grüßt Sie in herzlicher Verbundenheit. Ihr Pastor Stephan Winter

Brief an alle Gemeidnegleider zu Ostern

Liebe Gemeindeglieder!

wir gehen durch eine Zeit, wie sie noch nie dagewesen ist und wir wissen nicht, was uns die Tage und Monate noch bringen werden. Viele haben Angst und machen sich Sorgen, Ungewissheit verunsichert uns. Vieles ist auf „Pause“ gestellt, manches gerät ins Wanken. Manche von uns durchschreiten in diesen Tagen eine dunkle Zeit, die dunkelste seit langem.

Wir erleben diese Corona-Krise in der Passionszeit, in der wir auf Karfreitag zugehen. Es ist der Tag, der für die Zeiten im Leben steht, wo nichts mehr geht, der für Verzweiflung und gefühlte Gottesferne steht. Karfreitag steht für die „Mitternacht“ der Welt und auch für unsere persönliche Mitternacht. Aber es ist zugleich der Tag, an dem wir nachspüren, dass Jesus für uns in diesen Abgrund und den Tod hinabstieg. Er zeigt uns, dass es keinen Ort, keine Zeit und keinen Fluch dieser Welt gibt, den Gott nicht bereit ist mit uns zu durchleben. Er steigt mit uns in die Tiefen des Lebens hinab und begleitet uns hindurch, um uns wieder zurück ins Leben zu führen.

Es ist ein Zeichen dafür, dass es nichts gibt, dass Gott nicht für uns durchlitten und für uns überwunden hat. Und so dürfen wir mitten in der Krise gewiss sein: Der Sieg ist schon errungen: Über das Dunkel der Welt, über alle Krankheit, alle Gottesferne und alle Situationen, die uns ängstigen. Noch überrollt uns immer wieder das, was uns Sorgen macht, aber diesen Sorgen ist ihre alles beherrschende Macht genommen. Und das gilt, auch wenn wir es in vielen Momenten nicht sehen, fühlen oder begreifen können. An Ostern feiern wir Gottes Sieg über den Tod und über alle Bedrängnisse dieser Welt. Unser Herr ist auferstanden und er lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Darauf dürfen wir vertrauensvoll schauen, mitten in unseren Bedrängnissen, unseren Sorgen und Ängsten. Und das Erinnern daran, das Besinnen darauf, will uns frei machen, befreien zum Leben. Darüber dürfen wir jubeln.

Wenn Gott unseres Leben Kraft ist, wovor sollten wir uns fürchten? Ich möchte Sie einladen sich selber an dieser Stelle laut vorzulesen, was in Römer 8, 38 steht:

 „Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.“

Die Lebensgeschichten vieler Menschen in der Bibel, in der Geschichte und der Gegenwart erzählen von der Erfahrung: In schweren Zeiten zieht Gott sich nicht zurück! Gerade da will er uns ganz nahe sein. Menschen lassen andere Menschen im Stich, Gott nicht!

 Er hält, er trägt und bringt uns durch.

Und auch wenn diese Gewissheit unser Herz nicht erreicht: Es wird nichts an Gottes Liebe und Gnade ändern. Wir glauben an den lebendigen, allmächtigen und unbegreiflichen Gott, der auch bestehen bleibt und für uns da ist, wenn wir nichts glauben, hoffen und fühlen können.

Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Gott Sie mit seinem Frieden beschenkt. Gott segne Sie.

Es grüßt Sie ganz herzlich, Ihr Pastor Stephan Winter

Wort zum Sonntag 26. April

Wort zum Sonntag dem 26.April

Es gibt einen Impfstoff

Was für eine tolle Nachricht wäre das! Unendlich viele Menschen würden jubeln, tief erleichtert aufatmen und mit neuem Mut in die Zukunft blicken. Wir würden wieder druchstarten können. Noch aber gibt es diesen Impfstoff gegen das Coronavirus leider nicht. Und wenn er irgendwann endlich da sein wird, dann wird es, bevor Menschen damit geimpft werden können, notwendig sein, dass dieser Impfstoff gestest und erprobt wird. Das findet unter aufwendigen und streng festgelegten Vorgaben statt, so dass es ein langer Weg ist bis der Impfstoff für alle schließlich zugelassen wird. Aber es ist eine hoffnungsvolle Perspektive.

Das Osterfest, das wir vor 2 Wochen gefeiert haben, ist wie eine solche hoffnungsvolle Perspektive für unser gesamtes Leben. Denn wir feiern an Ostern, dass es gegen alle Hoffnungslosigs- und Perspektivlosigkeit unseres Lebens einen Impfstoff gibt. Dieser Impfstoff ist Gottes Liebe, seine schöpferische Kraft, die stärker ist als der Tod und als alles, was uns im Leben niederdrückt. Wir feiern an Ostern: Der erste ist hindurch. Gott hat in Jesus seinen Impfstoff für uns sichtbar erfolgreich getestet und uns gezeigt: Seine Liebe und Kraft ist stärker als alles Lebenszermürbende und -zerstörende, auch stärker als der Tod. Jesus hat für uns den Impfstoff Gottes getestet, ist für uns durch den Tod gegangen, um von Gott wieder auferweckt zu werden und uns die Gewissheit zu geben: Nichts kann uns trennen von der Liebe Gottes. Er selbst ist in seiner Liebe das Heilmittel, der Impfstoff. Und der Glaube daran gibt uns den Mut, uns ganz zuversichtlich auch den schwierigen Dingen des Lebens zu stellen, wenn es nicht weiter geht, wir Angst haben und uns große Sorgen machen. Wie jetzt in der Coronakrise.

Wir feiern an Ostern, dass es einen Impfstoff für die Perspektive unseres Lebens gibt. Es gibt seit Ostern keine hoffnungslosen Situationen und keine hoffnungslosen Menschen mehr, keine unheilbaren inneren Verletzungen und keine hoffnungslosen bitteren Erfahrungen. Auch dort wo wir von lieben Menschen vielleicht Abschied nehmen müssen. Deshalb laßt uns tief erleitert aufatmen und einstimmen in den Jubel von Ostern. Laßt uns mit neuem Mut in die Zukunft blicken und leben in der Gewissheit von der Paulus in Römer 8, 38 sagen kann: „Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.“